Deutsche Investoren-Familie greift nach US-Kaffeeröster

Die deutsche Milliardärsfamilie Reimann greift nach dem US-Kaffeeröster Peet's Coffee & Tea . Rund eine Milliarde US-Dollar in bar will ihr Investmentvehikel Joh. A. Benckiser für den Wettbewerber von Starbucks auf den Tisch legen.

Die Aktie von Peet's schoss nach Bekanntwerden des Kaufangebots um rund 30 Prozent in die Höhe und erreichte damit den höchsten Stand seit Monaten. Mit 73,85 Dollar je Anteil lag der Kurs über den von Reimann gebotenen 73,50 Dollar, Investoren setzen somit wohl auf einen weiteren Interessenten. Der Verwaltungsrat von Peet's habe der Offerte bereits zugestimmt, wurde mitgeteilt. Sie entspreche einem Aufschlag von etwa 29 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag.

Die 1966 gegründete Peet's litt in den vergangenen Monaten vor allem unter den höheren Preisen für Rohkaffee. Da das Unternehmen seinen Kaffee bereits zu höheren Preisen als die Konkurrenz verkauft, hat es kaum noch Chancen, die höheren Einkaufspreise auf die Verbraucher überzuwälzen. In jüngster Zeit sind die Rohkaffeepreise allerdings wieder gesunken, die Geschäftsaussichten für die in San Francisco beheimatete Peet's haben sich entsprechend verbessert. Ein Nachteil ist unterdessen, dass Peet's bisher nicht im schnell wachsenden Markt für Einzelportionen aktiv ist.

Nach einer geglückten Übernahme will Reimann das Unternehmen von der Börse nehmen. Ansonsten soll sich nicht viel ändern. Das Management und die Mitarbeiter sollen bleiben. Abgeschlossen werden soll die Transaktion in rund drei Monaten.

Zum Imperium der Familie Reimann gehört unter anderem der Parfümhersteller Coty, der in den USA an die Börse gehen will. Sie hält zudem einen Großteil an dem Haushaltswaren- und Reinigungskonzern Reckitt Benckiser, der unter anderen die Marken Clearasil, Calgon und Sagrotan in seinem Portfolio hat. Außerdem wollte sich die Familie auch den US-Kosmetikkonzern Avon einverleiben - scheiterte damit aber am Widerstand des Avon-Managements.

Quelle: www.wallstreetjournal.de, http://www.wallstreetjournal.de/article/SB100008723963904434375045775450...