Indianerstamm trank vor mehr als 700 Jahren "Stechpalmen-Kaffee"

Albuquerque. Einige Indianer Nordamerikas haben vor mehr als 700 Jahren ein besonderes Getränk gebraut: Die Bewohner der um das Jahr 1300 verlassenen Region Cahokia in der Nähe des heutigen St. Louis (US-Staat Missouri) tranken bei ihren Ritualen ein anregendes schwarzes Gebräu aus Stechpalmen. Das zeigen chemische Analysen alter Trinkgefäße aus Ton, in deren feinen Poren sich Spuren des Inhalts erhalten haben. Die neuen Ergebnisse bestätigen Berichte der ersten Europäer, die ein solches Getränk erwähnt hatten, schreiben Forscher der Universität von New Mexico in Albuquerque im Fachblatt "Proceedings".

Cahokia war eine blühende Region, die eine Fläche von fast 15 Quadratkilometern einnahm und mehr als 15 000 Bewohner hatte. Zu Beginn oder zur Mitte des 13. Jahrhunderts wurde die Siedlung aber aufgegeben. Archäologen haben zahlreiche Fundstücke ausgegraben, darunter Trinkbecher aus dem zehnten bis zwölften Jahrhundert.

Deren oberste Schicht wurde vorsichtig abgefräst und analysiert. Es fanden sich Spuren von Pflanzenstoffen, darunter Theobromin, das auch in Tee und Kakao vorkommt und ähnlich anregend wirkt wie Koffein. Auch Koffein und Ursolsäure kamen vor. Die Kombination der drei Substanzen deute auf die Herkunft aus der Stechpalme (Ilex) hin, schreibt das Team.(dpa)

Quelle: www.abendblatt.de, http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article2368119/Indianerstamm-tr...