Kaffee - die Brücke zwischen den Menschen

Kaffee kann mehr als nur gut schmecken. Er ist es, der die Menschen an einen Tisch bringt, ihre Unterschiede ausgleicht und sie nicht nur kulturell verbindet - auch in der Liebe vollbringt er wahre Wunder.

Der 28. September war ein schwarzer Tag. Nein, es gab keinen Börsencrash und auch keinen Atomunfall, keine Inflation und keinen Weltuntergang. Der 28. September war der Tag des Kaffees.
Ob schwarz wie die Nacht, mit Kuh- oder Sojamilch, mit Schaum oder ohne, Zucker oder Süßstoff oder in Form unendlicher kultureller Variationen - Kaffee verbindet Mensch und Kultur.

Aus dem fernen Äthiopien über Arabien nach Persien und erst Ende des 16. Jahrhunderts nach Europa gekommen - der Kaffee hat eine lange Reise hinter sich. Doch für die meisten Deutschen ist er inzwischen nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. 149 Liter trinkt der durchschnittliche Deutsche davon im Jahr und 86 Prozent trinken täglich oder zumindest mehrmals wöchentlich eine Tasse Kaffee. Was den Engländern ihre "Tea-Time", ist den Deutschen also ihr Kaffee. Und Bezeichnungen wie "Kaffeezeit", "Kaffee und Kuchen" als Beinahe-Tageszeit und "Kaffeeklatsch" verdeutlichen das verbindende Element, das ihn kulturell so bedeutsam macht.

Auch die Werbung hat dies frühzeitig entdeckt. Harmonie und ein verführerischer Duft sind es, die das Pärchen in ihrer perfekt eingerichteten Wohnung in das Wochenende tragen. Strahlende Gesichter in der ganzen Familie - und meist sind die Models noch im Pyjama und schauen verträumt aus dem Fenster, während sich ihre Finger wärmesuchend um die Tasse schlingen.

Einer der großen Namen, der die Bedeutsamkeit dieses Getränks zu seinem Geschäft gemacht hat, hat nun auch eine Studie in Auftrag gegeben - Jacobs Krönung und das Institut für Demoskopie Allensbach haben im Sommer dieses Jahres eine Untersuchung mit unter Dreißigjährigen zum Kaffeeverzehr durchgeführt. Heraus kam, dass Kaffeetrinken für die Deutschen zu den drei Highlights einer Partnerschaft gehört: Für 50 Prozent der Befragten gehört die Tasse Kaffee, die gemeinsam mit dem Partner getrunken wird, zu den bedeutsameren Momenten innerhalb der Partnerschaft. Begründet wurde dies mit der Geselligkeit, die dabei entsteht und dass sich dabei gute Gespräche führen ließen, was wiederum Nähe erzeugt.

Interessant ist dabei, dass diese Momente nur von gemeinsamen Unternehmungen (75 Prozent der Befragten) und gemeinsamem Lachen (74 Prozent der Befragten) getoppt wurden. Und horcht man sich im Freundeskreis um, so wird man auch dort die verschiedensten Antworten bekommen: Kaffee hat etwas Tröstliches sagen die einen, etwas Vertrautes die anderen. Und dass er ein Ritual ist, lässt sich - auch ohne Werbung - nicht mehr leugnen. Selbst zwischen den Unterschieden der Kulturen schafft er eine Verbindung - er ist wie ein gemeinsamer Boden auf dem sich gehen lässt, eine Grundlage, eine gemeinsame Leidenschaft. Lassen Sie sich nur einmal einen original türkischen Mokka im Urlaub brauen - und Sie werden wissen, was gemeint ist.

Aber auch in der Liebe vollbringt der Kaffee wahre Wunder. Er bringt auch viel beschäftigte Liebende rituell an einen Tisch - wieder und wieder, Tag für Tag - und nach einem Streit schmeckt die Versöhnung am besten mit einer Tasse Kaffee. Aber auch ohne Streit: Was gibt es Schöneres, als wenn Sie nach einer durchfeierten Nacht langsam die Augen öffnen, weil der Duft frisch gemahlener Kaffeebohnen Ihnen in der Nase kitzelt? Wenn es dann noch Ihr Liebster ist, der Ihnen die Tasse mild lächelnd unter die Nase hält - ist der Tag schon gut, bevor er angefangen hat.

Quelle: www.zeit.de, http://www.zeit.de/angebote/partnersuche/magazin/magazin_kaffee