Kein Glas Wasser zum Kaffee

Ich liebe das Ritual österreichischer Kaffeehäuser. Zu jeder Tasse gibt es ein Glas Wasser dazu. Ich habe keine Ahnung, ob man das macht, weil lange Zeit jeder dachte Kaffee würde entwässern. Tut er nämlich nicht.

Ehrlich gesagt dachte ich das früher auch und habe sogar in meinem Buch darüber geschrieben. Ziemlich zeitgleich mit dessen Erscheinung mehrten sich die Studien die die entwässernde Wirkung von Kaffee widerlegen konnten. Im Gegenteil man kann Kaffee sogar zur täglichen Wassermenge dazu rechnen! Sehen wir uns das genauer an: 84% von der Flüssigkeitsmenge des Kaffees werden wieder ausgeschieden. Beim Wasser sind es 81%. Also lediglich 3% mehr Flüssigkeit bleibt beim Wasser „drin" und kann vom Körper verwendet werden. Und das dürfte wohl die maximal mögliche Differenz sein. Denn passionierte Kaffeetrinker schneiden sogar noch etwas besser ab. Es scheint als ob der Körper den regelmäßigen Kaffeekonsum besser toleriert als starke Schwankungen in der Menge.

Heißt das jetzt Bahn frei für Kaffee statt Wasser? Lieber nicht. Immerhin kann das Koffein in hoher Menge den Blutdruck beeinflussen. Auch zum Entgiften und Entschlacken eignet sich Kaffee schlecht. Er gilt als starker Säure-Bildner und da wir aufgrund unseres Lebenswandels (Stress, hastiges Essen, falsches Essen, etc.) sowie schon zum Übersäuern neigen, trägt Kaffee noch mehr dazu bei. Beim Entgiften trinkt man deshalb so viel Wasser, weil der Körper quasi „geputzt und gewaschen" werden soll. Und verwendet zum Fensterputzen schon Kaffee? Bleibt die Frage: wie viel Kaffee ist o.k.? Mediziner, wie z.B. der Nierenspezialist Prof. Mann raten die tägliche Menge von 5-7 Tassen nicht zu übersteigen. Ich selbst versuche auf jeden Fall immer bei max. 3 Tassen zu bleiben. Während einer Entschlackungsphase trinke ich gar keinen Kaffee und fühle mich ehrlich gesagt damit sehr wohl.

Ach ja, es gibt ja noch ein weiterer Aspekt zum Kaffee: Thema Fettverbrennung. Koffein scheint tatsächlich - vor allem in Verbindung mit Sport und L-Carnitin - die Fettverbrennung ankurbeln. Gilt allerdings nur für Kaffee ohne Zucker. Die Tasse Espresso nach dem Essen hat also nach wie vor etwas für sich, nicht nur des guten Geschmacks danach wegen.

Quelle: Conny Hörl, www.mein.salzburg.com, http://mein.salzburg.com/interessen/gsund_frisch/2011/10/kein-glas-wasse...

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