Warum die Kaffeewirkung eine Frage der Gewöhnung ist

München. Das im Kaffee enthaltene Koffein setzt Rezeptoren frei, die für die Aktivitätssteigerung des Gehirns verantwortlich sind. Bei Menschen die häufiger Kaffee trinken, sind diese Rezeptoren "dauerbesetzt". Die Folge: Schlafstörungen und andere Nebenwirkungen des Koffeins treten nur noch selten auf.

Manche Menschen können literweise Kaffee trinken und abends trotzdem wie ein Murmeltier schlafen, bei anderen schlägt schon nach einer Tasse der Puls schneller. "Es ist eine Frage der Gewöhnung", erklärt Franz Goss, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbands Niedergelassener Kardiologen. Das im Kaffee enthaltene Koffein ist im Gehirn aktiv: "Es setzt sich an sogenannte Rezeptoren, die für die Aktivitätssteigerung des Gehirns verantwortlich sind." Bei Menschen die häufig Kaffee trinken, seien die Rezeptoren "dauerbesetzt" und der Körper gewöhne sich an das Koffein.

Bluthochdruckpatienten dürfen Kaffee trinken. "Deshalb sind die größten Reaktionen auf das Herz-Kreislaufsystem auch bei Leuten feststellbar, die selten Kaffee trinken", sagt der Kardiologe aus München. Neben der Häufigkeit des Kaffeegenuss sei auch die Zubereitungsart entscheidend: "Ein sehr starker Kaffee enthält mehr Koffein und wirkt dadurch auch stärker auf das Gehirn." Die häufigsten Kreislaufreaktionen auf Kaffee seien ein beschleunigter Puls und eine Erhöhung des Blutdrucks . "Trotzdem dürfen auch Bluthochdruckpatienten Kaffee trinken, da die Auswirkungen bei mäßigem Konsum nur sehr gering sind." Gefährlich für Herz- und Kreislauf wird die braune Bohne erst ab einer Dosis von 10 Gramm Koffein, sagt Goss und verdeutlicht: "Um diese Menge aufzunehmen, müsste man aber rund 100 Tassen trinken." (dapd)

Quelle: www.derwesten.de, http://www.derwesten.de/gesundheit/warum-die-kaffeewirkung-eine-frage-de...