Wenn Kaffee nicht schmeckt

BITTERFELD/MZ. Geschirrspüler, Bügeleisen oder auch Kaffeemaschinen - viele Haushaltsgeräte benötigen für ihren Betrieb Leitungswasser. Dass für deren optimalen Betrieb die Wasserhärte eine wichtige Rolle spielt, erschließt sich, wenn man folgendes weiß: Weiches Wasser eignet sich besser zum Waschen von Wäsche oder Gießen der Zimmerpflanzen, hartes Wasser führt hingegen zur Verkalkung der Haushaltsgeräte oder erhöht den Verbrauch von Spül- und Waschmitteln.

Je nach Härte wirkt sich das Wasser auch auf den Geschmack und das Aussehen von empfindlichen Speisen und Getränken - etwa Kaffee oder Tee - aus.
Das werden jetzt auch die Kunden der Midewa, der Stadtwerke Bitterfeld-Wolfen und des Trinkwasserzweckverbandes (TZV) Zörbig zu spüren bekommen. Hintergrund: Die drei Versorger erhalten ihr Trinkwasser alle von der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH. Im Altkreis Bitterfeld lag der Härtegrad dieses Wassers bislang bei 14,2 Grad deutsche Härte (dH) und wurde als hart eingestuft. Allerdings lag es damit im unteren Skalenbereich, denn von hartem Wasser spricht man erst bei einem Wert über 14 Grad dH.

Nun wird die Wasserversorgung umgestellt. Bekamen die Kunden bisher so genanntes Mischwasser sowohl aus dem Wasserwerk Sachau (niedriger Härtegrad) als auch aus dem Wasserwerk in Mockritz (hoher Härtgrad), wird es ab dem 10. Oktober zu einer Veränderung kommen. Denn die Elbaue-Ostharz GmbH nimmt das Sachauer Werk aus "wirtschaftlichen Gründen außer Betrieb", sagt Pressesprecherin Jana Arnold. "Während des Bau- und Sanierungszeitraums wird sich der zu erwartende Härtegrad des Wassers verändern."

Hätten die Kunden bisher hartes Wasser bezogen, so würden sie jetzt - je nach Wohnort im Altkreis - während der etwa einen Monat andauernden Baumaßnahmen mittleres (zehn Grad dH) oder auch weiches Wasser (vier Grad dH) erhalten. Letzteres etwa in Wolfen, Greppin, Bobbau, Jeßnitz oder Thalheim, wo die Stadtwerke Bitterfeld-Wolfen nach eigenen Angaben 5 649 Kunden haben. "Ich denke, dass man diese zeitweise Umstellung mitbekommt", sagt Prokurist Thomas Glauer. "Schon allein, weil der Kaffee ganz anders schmecken wird."

Von hartem zu weichem Wasser - eigentlich klingt das, was etwa den niedrigeren Verbrauch von Waschmitteln bedingt, nicht schlecht. Doch die Kunden werden davon nicht lange profitieren, denn mit Beendigung der Arbeiten werden sie ab Anfang Dezember alle an das Mockritzer Wasserwerk angeschlossen. Der Grad der Wasserhärte beträgt hier 18,7. Damit erhöht sich die Wasserhärte um 4,5 Grad dH im Vergleich zu jetzt. Dies sei etwa für Betriebe, die Wasserenthärtungsanlagen betreiben, relevant, so Jana Arnold. Auch die Stadtwerke hätten bereits Firmen im Solar Valley, aber auch Zahnärzte über die Veränderungen informiert, sagt Thomas Glauer.

Während in Bitterfeld-Wolfen, Sandersdorf-Brehna, Raguhn-Jeßnitz oder in der Gemeinde Muldestausee der Grad der Wasserhärte nach einer kurzzeitigen Absenkung also noch härter wird, bleibt das Trinkwasser in der Stadt Zörbig (ohne Löberitz) langfristig weich (vier Grad dH). "Durch die vorhandenen Netze bezieht man dort bereits seit vergangenem Donnerstag das Trinkwasser aus der Rappbodetalsperre", so Jana Arnold. "Dies trifft auf etwa 2 500 Entnahmestellen zu", sagt der TZV-Mitarbeiter Dietmar Sauer. Doch welche Auswirkungen hat nun aber weiches oder hartes Wasser auf die Gesundheit von Mensch und Tier? "Aquarienfische können sich beispielsweise zwischen acht und 20 Grad dH problemlos bewegen", sagt die stellvertretende Marktleiterin von "Zoo & Co." im Muldepark Bobbau, Marlen Neundorf. "Allerdings seien häufige Schwankungen oder eine Unter- bzw. Überschreitung dieser Werte problematisch."

Für Menschen sei die Umstellung hingegen kein Problem, sagt Verbraucherschützerin Martina Angelus. "Doch für den Verbraucher ist Trinkwasser mit einem hohen Härtegrad gut." Hartes Wasser sei sogar gesünder, weil es dem Körper mehr Calcium und Magnesium zuführt. Und auch der Kaffee schmecke wesentlich besser. Einziger Nachteil: "Die Kaffeemaschine verkalkt schneller."

Quelle: DETMAR OPPENKOWSKI, http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksAr...